| Der Gasthof "Das Goldene Herz": Besitzer und Nutzungen | ||||||||||
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1698 - vier Jahre nach Gründung der Universität - ließ der aus Könnern stammende Andreas Hertzberg den seit 1712 so benannten Gasthof `Das Goldene Herz´ errichten. 1850 folgte die Familie Franz Jacobine als Besitzer des Hauses, bis 1921 Hermann Kaufmann Eigentümer wurde. Kaufmann war der fünfte Inhaber seit Gründung des Gasthofs. Bis zur Verstaatlichung 1956 betrieb Kaufmanns Frau Else das Lokal. Von 1963 bis 1982 diente das Haus u.a. als Verkehrslokal des Allgemeinen Deutschen Motorsport-Verbandes (ADMV). Ab 1982 Ausbildungsstätte für Bauzeichner des VEB Projektierung und Wasserwirtschaft, wird es seit Ende 2001 - saniert durch den Eigentümer Peter Wallenfang - wieder als Gaststätte genutzt. (Q.: Regina Patzlaff: Das Goldene Herz, in: Dolgner (Hrsg.): Historische Gasthäuser, 1999; Hallesche Blätter 19 (11.2001); Stadtarchiv Halle) |
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| (Weitere Info.: http://www.aki-halle.de/blaetter/19/09/09.htm) | ||||||||||
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Die Herz-Bücher Der erste Inhaber der Gaststätte, Andreas Hertzberg, ließ sich etwas einfallen, um die Professoren und Studenten der jungen Universität in sein Lokal zu locken: "Wer von seinen trinkfreudigen Besuchern zwölf Schoppen Bier alleine leeren konnte, erhielt einen dreizehnten gratis - und durfte sich in das Ehrenbuch, das so genannte `Herzbuch´ eintragen." (Rohleder, MZ, 16.9.1991) Das nannte man "Herz-ehrlich" saufen. Insgesamt wurden über zweieinhalb Jahrhunderte vier Herz-Bücher mit "groben und feinen Strichen, mit den wilden Klecksen und Zeichnungen" (E.E., Saale-Zeitung, 13.8.1937) angefüllt. Die Regel galt bis zum Tode Else Kaufmanns. Wohin die Bücher dann gelangten und wo sie heute sind, weiß man nicht genau. Es gibt Vermutungen, zu deren Aufklärung IfHaS e.V. beitragen wird. Die Herz-Ehrlichen Säufer In einer Universitätsstadt wurde und wird gerne Bier getrunken. Im `Goldenen Herz gaben sich viele Universitätsangehörige die Tür in die Hand. Christian Wolff, Christian Thomasius und Friedrich Hoffmann waren hier zu Gast; später tranken sich Ulrich Friedrich Wichard von Wilamowitz-Moellendorff (deutscher Altphilologe), Heinz Wätjen (Pathologe), Graf zu Dohna, Richard von Volkmann (Chirurg und Poet), von Münchhausen, Christian Heinrich von Watzdorf, Christoph August von Zakrzewski (Staatswissenschafter), George von Graevenitz (Kunsthistoriker) in eines der "alten Bücher". Auch Gottlieb Boltze, der Begründer der Zuckerrüben-Industrie im mitteldeutschen Raum, zählte zu den Gästen. |
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