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100
Jahre Volkspark Halle |
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Freitag,
6. Juli 2007 |
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"Im
Ferienlager — und zwar in dem Jahr, als ich über die wahren Pimmelgrößen
aufgeklärt wurde — lernte ich das Lied vom Kleinen Trompeter.
Ein herzerweichend trauriges Lied von einem kleinen lustigen Freund, der,
als man in einer friedlichen Nacht so fröhlich beisammensaß, von
einer feindlichen Kugel getroffen wurde, die sein Herz durchbohrte. Der Kleine
Trompeter war — ich sage das zur Vermeidung von Kitsch mit heutigen
Worten — ein Leibwächter |
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Ernst
Thälmanns, der sich bei einer Saalschlacht vor Thälmann stellte,
als jemand mit der Pistole auf Thälmann zielte. Der Schuß fiel,
der Kleine Trompeter wurde getötet, Thälmann passierte nichts. Danach
wurde das Lied vom kleinen Trompeter geschrieben, der ein lustiges Rotgardistenblut
war. Ich war klein, ich war lustig, und das Wort Rotgardistenblut war für
mich eines der komplizierten Worte, die ich damals nicht verstand, ohne mir
viel daraus zu machen. Warum also sollte ich mir unter dem Kleinen Trompeter
nicht einen Knaben wie du und ich vorstellen? Ich mochte den Kleinen Trompeter,
zumal dieses Lied bei einem Abendappell gesungen wurde, am 16. August, dem
Todestag von Teddy. Ein zehnjähriger Pionier spielte nach der letzten
Strophe ein Solo auf seiner Trompete, indem er die Melodie wiederholte, eine
Melodie, die im Gegensatz zu den meisten Kampfliedern, mal nicht kämpferisch
daherkam, sondern geradezu herzerweichend. Sommernacht, weiche Trompetenklänge,
stilles Gedenken an Teddy, das Klirren der Stahlseile an den Fahnenmasten...
Mein Gott, mir ist das alles noch so gegenwärtig. Mr. Kitzelstein, ich
rede vom Menschenbild des Totalitarismus. Ich war acht Jahre und fand, daß es
einen Menschen geben muß, der sich in die Bahn der Kugel wirft, die
auf einen wertvolleren Menschen abgefeuert ist." (Auszug aus Thomas Brussig: Helden wie wir, Berlin: Verlag Volk & Welt, 1995, S. 96 - 98.) |
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