CARL HELMUT STECKNER ZUM GEDENKEN
(30.3.1916 - 14.11.2003)


Briefwechsel mit der IfHaS e.V.

Halle, den 7. August 2001

Sehr geehrter Herr Steckner,

die IfHaS sammelt Geld zum Erhalt hallescher Renaissance-Bauwerke. Um zu Geld zu kommen, bieten wir Stadtführungen, Wanderungen und Broschüren (s. Anlage) an.
Für das nächste Jahr bereiten wir eine Stadtführung auf den Spuren dreier hallescher Familien vor, die aus der Geschichte der Stadt im 19. und 20. Jahrhundert nicht wegzudenken sind.
Gerne würden wir die Familie Richard Steckner in unsere Führung aufnehmen. In der Hoffnung,

daß Sie unserem Vorhaben nicht ablehnend gegenüber stehen, möchte ich Sie bitten, uns zu unterstützen.

IfHaS gibt Studenten der Geschichte und Kunstgeschichte die Möglichkeit, eigenständig Führungen auszuarbeiten und selbst anzubieten. Sind die Führungen von außerordentlicher Qualität, bietet IfHaS dem Studenten die Veröffentlichung seiner Arbeit als Broschüre an.

Es könnte also sein, daß sich - sollten Sie einverstanden sein - im nächsten Jahr der Autor der Stadtführung meldet, um Ihnen einige Fragen zur Familie Steckner zu stellen. Wenn Sie hier helfen könnten, dankten wir es Ihnen sehr.

Mit freundlichem Gruß
N. Böhnke

Kehl, 20.9.01

Sehr geehrter Herr Böhnke,

Dass ich mich über die Kontaktaufnahme freue, habe ich Ihnen schon am Telephon gesagt und als Dank für das interessante Händelheft lege ich Artikel bei, die 1985 im Elsaß erschienen sind. Die beiliegenden Bilder vom Kühlen Brunnen habe ich vor 30 Jahren aufgenommen im Zustand vor dem seitdem fortgeschrittenen Verwitterungsprozeß. Auch der Glanz des gegen 1985 aufpolierten händelschen Rückens hat sich wieder verflüchtigt.

Zur Verfügung stelle ich gern Auskünfte und Unterlagen für Führungen zu den Bauten, die zur Familiengeschichte gehören der Richard St. und der Reinhold St. Die Anfänge lagen in Merseburg, Verbindungen gab es nach Salzmünde und Mücheln. Dazu müssten wohl noch ergänzende Archivunterlagen beschafft werden. Gut wäre es daher, wenn der Kontakt recht früh hergestellt werden könnte zu dem künftigen Autor, und wenn ich mir ein ähnliches Programm als Beispiel schon einmal ansehen könnte. Haben Sie damit Erfahrungen, wie war das Echo in Halle?

Mit freundlichen Grüßen
Steckner

Kehl, 4.2.02

Sehr geehrter Herr Böhnke,

Ich war neulich in Halle und hätte gern mit Ihnen die vorgesehene Führung besprochen. Meine Liste von Steckner-Adressen ist ziemlich lang geworden. Man sollte also überlegen, wo die Schwerpunkte gesetzt werden können. (…)

Vor allem interessiert mich die angekündigte Führung von Halle nach Salzmünde. Bitte nennen Sie rechtzeitig das Datum. Das Programm von Herrn Bachmann habe ich, aber Steckner kommt nicht vor. Es gibt Zusammenhänge. Reinhold St. und Boltze haben zusammengearbeitet. Die Mutter meiner Großmutter war Tochter eines Eltze und Enkelin des Ökonomierats August Boltze in Salzmünde; sie wurde 1861 geboren.
Ich höre gern wieder von Ihnen. Hoffentlich gelingt Ihnen Ihr Projekt!

Mit freundlichem Gruß,
Ihr
C.H. Steckner

Kehl, 29.3.02

Sehr geehrter Herr Böhnke,

Vielen Dank für diese umfangreiche und interessante Anekdotensammlung. Dem alten Dreyhaupt haben Sie eine Menge von historischem Allerlei für mehrere Stunden Unterhaltung abgewonnen. Ich finde das recht anregend für einen künftigen Ausbau Ihres Programms.

Da habe ich noch einen alten Zeitungsartikel über den Stadtgottesacker. Der hier leider unerwähnte Stadtarchivar Hünicken hat 1934 mit Stadtführungen angefangen. Von einigen habe ich kurze Notizen aufgehoben (Ulrichskirche, Rathaus usw.). Das erwähnte Lehnbuch kenne ich nicht, aber Ihnen könnte es Stoff liefern. Den Stadtgottesacker haben Studenten des Kunstgeschichtlichen Instituts nach meiner Erinnerung wohl kurz vor 1989 aufgenommen. Damit ließe sich wohl eine Kombination von Familien- und Personengeschichte mit Kunstgeschichte und Denkmalschutz, bezogen auf die Renaissance herstellen, die Neugier und Interesse weckt für die Ziele Ihrer Initiative. Vielleicht noch einige Beispiele:

1. Vom Göbelschen Geschichtsbrunnen (Kardinal Albrecht etc., Nickel Hoffmann u.a.) zu den Schauplätzen (Residenz, Moritzburg, Kühler Brunnen, Marktkirche, Stadtgottesacker, Brüderstr. 6, Gasthof Rose…).
2. 500 Jahre Universität. Architekten, Professoren, Studenten, Institute, Wissenschaft und Politik. Christian Wolf, Thomasius (Hexenprozesse, Tolerant, Sprache).
3. Familien- und Wirtschaftsgeschichte. Von Banken Lehmann und Reinhold Steckner (Kleinschmieden, Markt, Külz-Str., Neuwerk) zu Eisenbahn, Zuckerfabriken, Maschinenfabriken bis Boltze, Salzmünde (Rübenanbau, Bodenschätze, Kapital, Transport)
4. Burg Giebichenstein, Neuwerk, Archiv, Sammlung Moritzburg, Thiersch (Vorgeschichtsmuseum), Crodel (Tulpe), Weidanz (Wittekind), Marcks u. Thiersch (Giebichensteinbrücke).
5. Denkmalpflege. Bei der Arbeit im Dom. Marktkirche, Kühler Brunnen (Problem, Möglichkeiten). Umkreis Alter Markt
6. Themen aus Dolgners Arbeiten: Warenhäuser, Gasthäuser, Villen, Fabriken - Architekten, Bauherren, Bewohner, Wirtschaftliche Entwicklung vor u. nach der Wende.

Nachträglich noch einen Ostergruß und meine besten Wünsche für den Fortgang Ihrer Projekte.

Mit freundlichen Grüßen
C.H. Steckner

Halle, 29. April 2002

Exkursion in den Saalkreis am 4. Mai 2002

Sehr geehrter Herr Steckner,

bitte entschuldigen Sie die verspätete Zusendung der Einladung zur Exkursion.

Wir treffen uns um 10:00 Uhr in der Kleinen Ulrichstrasse 7. Von dort aus geht es zum Marktschlösschen (Innenbesichtigung). Mit dem Auto fahren wir nach Bennstedt (Gutshaus Koch, Kirche), Teutschenthal (Würdenburg, St. Vitus und St. Laurentius, Schloss - Mittagessen) und Salzmünde (Friedhof, Bierhügel, Markt).

Ich freue mich auf unser Zusammentreffen und verbleibe
mit freundlichen Grüssen

N. Böhnke