"...des Himmels Meisterstück":
Lobgedicht auf Dorothea Erxleben (Johann Joachim Lange) |
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Als der |
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"Erxleben, Dorothea Christiana, geb. Leporin, Ärztin, *Quedlinburg
13.11.1715, + ebd. 13.6.1762, war die erste Frau in Deutschland, die den medizin.
Doktorgrad erwarb (in Halle 1754)." |
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Großer
Hörsaal der Friedrichs-Universität, Halle, 12. Juni 1754: "Die
berühmte Nadel hätte man zu Boden fallen hören können,
als nun eine in schlichte dunkle Seide gekleidete Frau das Podest betrat,
sehr aufrecht und allem Anschein nach in vollkommener Ruhe. Mit einem
kurzen Senken ihres Kopfes begrüßte sie die versammelte Prüfungskommission
(...). Auf dem Prüfungsplan, wie man der Kandidatin zuvor bekannt
gegeben hatte, standen Anatomie, Diagnostik und vor allem die Behandlung
von Krankheiten. Die Fragen, in lateinischer Sprache gestellt, prasselten
nur so auf die bereits ein wenig matronenhaft wirkende Doktorandin nieder,
und keine einzige Antwort, ebenfalls in Latein abgefaßt, blieb sie
schuldig. (Der erfreute Dekan:) `In Ihren Händen ist man als Kranker
gut aufgehoben, verehrte Kandidatin! Ich wünschte, wir hätten
immer solche Doktoranden, dann wäre mir um die Patienten nicht bange."
(Julia von Brencken) |
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So beuge dann den wohlverdienten Cranz, Nicht Latien macht sich allein nun groß Auch Deutschland sieht in seiner Töchter Schaar Nein, Ihr Verdienst ist dieser Würde werth, Das Alterthum erhob der Sappho Fleiß, Olympia ward der Ferrarer Zier, Gelehrte Frau, mit männlich hohem Muth O Dicher, ihr, von hoher Gluth beseelt, Den schönen Bau des Leibes, die Gestalt, Doch hier besingt des edlen Weibes Geist, Laßt der, die nichts als die Gestalt besitzt, So sahn einst in gelehrter Phantasey Hygea läßt der Freude freyen Lauf: |
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Aspasia |
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Sappho: größte Lyrikerin des Altertums; ihr Landsmann und Zeitgenosse, Alkaios, huldigte ihr als Dichterin, Horaz nahm ihr Versmass als Vorbild für zahlreiche Oden. Ihre Liebe zu Phaon wird in der Neuzeit wiederholt diskutiert und dichterisch verarbeitet. (Brockhaus, 1973) |
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Aspasia: eine der berühmtesten Frauen des griech. Altertums, aus Milet; kam bald nach 450 v.Chr. nach Athen. Vor freierer Art und tieferer Bildung als die attischen Frauen, spielte sie in den geistigen Kreisen Athens eine ungewöhnl. Rolle. Perikles trennte sich von seiner Gattin und heiratete sie; sie gebar ihm einen Sohn. Die Gegner des Perikles und der von den Sophisten geführten Aufklärungsbewegung waren auch ihre Feinde; die Komödiendichter verspotteten sie, und um 432 wurde sie von Hermippos der Gottlosigkeit und Verkuppelung freier Frauen angeklagt, jedoch auf Perikles´ Einspruch freigesprochen. (Brockhaus, 1968) | |||||||||||||||||||||||||||||||
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Helena (oben): nach dem griechischen Mythos
eine Tochter des Zeus und der Leda, die Gemahlin des Menelaos. Paris,
Sohn des trojanischen Königs Priamos, raubt sie. Konsequenz ist der
trojanische Krieg. Nach der Eroberung Trojas vergibt Menelaos ihr und
führt sie nach Sparta zurück. |
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Olympia (rechts):" Tochter des Molosserkönigs
Neoptolemos, Gemahlin Philipps II. von Makedonien, Mutter Alexander d.
Gr.; trennte sich 337 v.Chr. von Philipp und ging nach Epirus. Später
nahm sie, von leidenschaftl. Herrschsucht bestimmt, an den Kämpfen
der Diadochen um Makedonien teil und wurde 316 von Kassander hingerichtet."
(BH, 1971) |
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Hygea: griech. Göttin der Gesundheit, galt später als Tochter des Heilgottes Asklepios |
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| Urania, (die Himmlische), eine der Musen, meist Patronin der Astronomie (BH, 1974) | ||||||||||||||||||||||||||||||||
Der Dichter: Johann Joachim Lange (1698-1765), Professor der Philosophie und Mathematik an der Friedrichs-Universität Halle, seit 1723 Mitglied der Akademie der Wissenschaften, Mineraloge. Veröffentlicht 1754 - im selben Jahr entstand das Lobgedicht auf Dorothea Erxleben - den "Entwurf einer Anleitung zu den ökonomischen Rechnungen". |
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