Hallescher Nachrichten Dienst -
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Wenn Sie von einer Veranstaltung wissen, die überregionale bzw. nationale oder internationale Bedeutung hat, informieren Sie uns! Wir nehmen teil, beobachten, notieren, formulieren und versenden noch am selben Tag.
Hallesche Kometen
Warum sich Peter Sodann für eine sächsische Kandidatur entschied
V for Vendetta

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Das Ende vom Anfang. Nach Motiven des Schauspiels von Sean O´Casey. Inszenierung: Tom Wolter; Dramaturgie: Matthias Herzfeld; Schauspieler: Volker Dirkes, Mario Pinkowski (4.11.05)

Ganz am Ende bedankt sich Wolter, dass wir (die Gäste) der Aufforderung gefolgt seien, hierher zu kommen. Es sei unüblich, bei Anwesenheit von Theaterkollegen, aber trotzdem: Das Stück solle als Zeichen verstanden werden; es sei ein Kraftakt gewesen.

Was passiert? Der schläfrige und faule Ehemann lässt sich bedienen; die Frau müht sich, hat aber die Nase bald so voll, dass sie seine Herausforderung annimmt: Sie geht seiner Arbeit nach, auf´s Feld, dafür soll er sich um den Haushalt kümmern. Statt das zu tun, versucht er sich in Leibesübungen bis ihn sein Freund stört, der mit ihm ein Lied üben will. Sie tun beides, sein Freund amüsiert sich über des faulen Ehemanns Rollentausch. So zieht der Freund dem Ehemann die Schürze der Frau an, versucht es mal so, mal so. Kaum hat der Ehemann die Schürze an, holt er aus dem Schrank Gläser und Schnaps. Freund und Mann setzen sich, er füllt die Gläser und – einem eingeübten Spiel folgend – es wird getrunken. Der Mann will die Schweine versorgen, haut sich die Nase dabei auf und bittet den Freund um Hilfe, der sich dabei an den Rasierklingen des Mannes die Hand verletzt. Bis zum Ende des Stücks läuft der Freund mit verbundener Hand, hochgehoben, umher. Ach ja, der Freund ist extrem weitsichtig; jedenfalls sieht er ohne Brille nichts. So verliert er zweimal die Brille, einmal sucht und findet der Mann sie für ihn, das andere Mal geht sie verschütt. Am Ende wird das Chaos (fast) perfekt, nur brennt das Haus nicht ab. Der Ehemann schnautzt die heimkehrende Frau an: „Musstest Du auch Deinen Kopf durchsetzen?“

Was machen wir daraus? Wolter sagt: „…es zählt, dass wir zusammenhalten.“ Im Moment des Unglücks, also der klammen Kassen. „Im Schmerz gefangen sein und doch den Ausweg finden.“ Und: Die größten Abenteuer bestehen wir zu Hause am Herd! Auf der Umschlagsseite des Novemberprogramms kann man Wolter als gezeichneten jungen Helden sehen, der im Angesicht eines gesiegelten Briefs aus einer Giftampulle trinkt. Der Brief kann Testament oder vernichtende Botschaft sein. Jedenfalls trinkt der Held das Gift. Motto des Novemberprogramms ist „Pech und Schwefel“. Schlussfolgerung: Es zählt, dass wir auch im Tod zusammenhalten? Wie passt das zusammen mit dem Wunsch, einen Ausgang zu finden? Der Tod als Ausgang? Der Tod die Heilung? Wenn der Tod das Ende des Theaters ist, dann heißt es: Zusammenhalt über das Ende des Theaters hinaus – stirbt Wolter, der Theatermacher, dann lebt Wolter, der Mensch! Das erinnert an Böttchers Tod und Ringelnatzens Geburt. Das also ist das „Ende vom Anfang“ – der Beginn des Lebens.

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Alumni from German university revive 300-year-old tradition:
“Drink 6 ½ litres of beer and inscribe yourself into the Golden Book!”

Halle (Saale), Germany. On December 13th 2003 the green university town of Halle (Saale) in Germany will see one of its oldest traditions revived. In 1702 Andreas Hertzberg, a farmer from a small village close to Halle, opened the pub “Golden Heart” (“Das Goldene Herz”). To attract new customers he made the following offer: Everyone who was able to drink 12 pints of beer (around 6 ½ litres) was invited to drink the 13th for free. Additionally Hertzberg allowed the winners to sign their name into the so-called “Heart-Books” (“Herz-Bücher”).

Visitors of the “Golden Heart” were such famous men as Johann Wolfgang von Goethe (poet), Christian Thomasius (jurist) and Christian Wolff (jurist). Throughout the centuries students and professors of Halle University came to the “Golden Heart” and drank as much as was necessary to enter into the realm of a “Heart-Book”.

On December 13th 2003 a bunch of alumni from Halle University will revive the tradition in the same old inn, renovated by a Halle investor. A new “Heart-Book” is already in the hands of the new inn-keepers and awaits its first signatures.

Visit the Alumnis Initiative für Halle und den Saalkreis (IfHaS) e.V. or have a look at Halle´s inventious University. Of special interest might be Halle´s Technology and Founder´s Centre.

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13.03.1702 - 13.03.2002
300 years ago G.F. Handel became Organist of the Halle Cathedral


George Frederick Handel was born in Halle (Saale), Germany, on February, 22nd 1685. Handel, a Lutheran by confession, received his musical education from Friedrich Wilhelm Zachow (1663-1712), the organist of St. Mary´s Church in Halle. Here Handel was taught the rudiments of counterpoint and harmony as well as polyphony and composition. Zachow made his students copy the masterpieces of different composers. This is why Handel relatively early got into contact with the best music of his time. Handel learned how to play the violin and the cello; the oboe became his favourite instrument.

Grown up in a virulent and vibrent surrounding - next to his father´s house refugees from France and the Palatinate had found a new home - Handel became aqainted with different cultural backgrounds. The German Reformed Parish, established in 1688, looked out for a new organist in 1702. The Parish received a personal allowance by the newly crowned Prussian King, Friedrich I., to install young Handel as organist. On March, 13th 1702, 300 years ago, Handel received his diploma.

It reads in German:

"Bestallung von dem Organisten Hendel

Alß haben wir zur hiesigen Königl. Schloß und Domkirche auch der Reformierten Gemeinde verordnete Prediger, und Eltiste denselben, auff Ein Jahr zur probe, zum Organisiten bey gemelter Kirche dato dergestalt angenommen, daß Er solch Ihm anvertrautes Ambt mit aller Treue undt fleißigen auffwansamkeit (sic!) wohl und wie es Einem Rechtschaffenen Organisten eignet undt gebühret, versehen, so wohl zu Sonn-, Bett undt ändern Festtagen, alß auch wann es ausser diesen künfftig exiraordinarie erfordert wird, bey dem Gottesdienst die Orgel gebührend schlagen, deßhalb vorhero die vorgeschriebenen Psalmen undt Geistliche Lieder richtig anstimmen und was weiter zur erhaltung einer Schönen harmonie nöthig seyn möchte, in obacht nehmen, zu dem ende jedes mahl zeitig und ehe Mann mit dem läuten auffgehöret, in der Kirche seyn, wie nicht weniger auf die Conservation der Orgel und was derselben anhörig gute acht haben..."

Translation:

"Call of the Organist Handel

whom we, the Priests and Seniors of the King´s Castle and Cathedral Church as well as from the Reformed Parish, have taken for one year on probation at the church named above. He shall invest all loyality and assiduous expenditure into the office entrusted to him as fits and is proper to An Honest Organist. At sundays, preaching and other holidays, as well as on other days if it is necessary, he shall beat the organ during services. Therefore he shall correctly tune the prescribed psalms and spiritual songs beforehand and shall take caution to preserve Beautiful Harmony. To reach this aim he shall be in church before the bells stop ringing and shall take good caution of the organ..."

The Reformed Cathedral Parish Halle (Ev.-ref. Domgemeinde Halle) took the anniversary as an occasion to invite the public to hear G.F. Handel´s organ music. The organist of the Cathedral Parish, Prof. Konrad Brandt, played the Overture C moll (HWV 456), the Fuge C moll (HWV 610), the Air B dur (HWV 470), the Menuet G moll (HWV 540b) and the Choral "Jesu meine Freude" als well als "Schmücke dich, o liebe Seele". The Cathedral´s pastor, Martin Fielitz, informed the audience with warm words about Handel´s first and only time as an organist of a church. (Halle, 13.3.02)

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Willi Sitte: "Meine Biographie lasse ich mir nicht verbiegen..."
Der Hallesche Kunstverein zeigt Lithographien Willi Sittes aus den Jahren 1976-2000

Halle, 27. Januar 2001. Der Hallesche Kunstverein bedachte heute den Maler und Graphiker Willi Sitte zu seinem 80. Geburtstag im Foyer des halleschen Opernhauses mit einer Ausstellung von 32 Lithographien aus den Jahren 1976 bis 2000.

Der Kulturdezernent der Stadt, Gärtner, betonte, dass die Stadt Halle die Ausrichtung der Ausstellung für wichtig halte. Er freue sich über die Zusammenarbeit zwischen Kunstverein und Willi Sitte. Gärtner, der den Geehrten während seiner Rede duzte, hob hervor, dass Sitte viel in "seiner Stadt" gearbeitet habe. Sicherlich sei die Stadt auch für den Künstler zu seiner Heimat geworden. Sie sei stolz, Sitte unter ihren Bürgern zu wissen. Gärtner erzählte, zur Verdeutlichung der eigenen politischen Einstellung, dass er seit fünf Jahren ein Bild Sittes namens "Selbstbefragung" in seiner Amtsstube hängen habe. Um das Bild zu sehen, müsse "sein Blick nach links gehen". Gärtner war bis 1994 Fraktionsführer der PDS im Stadtrat; seitdem ist er parteiloser, aber dennoch seiner ehemaligen politischen Heimat verbundener Kulturdezernent der Saalestadt.

Dr. Hans-Georg Sehrt, 1. Vorsitzender des Halleschen Kunstvereins und Leiter des Dezernats Kultur und Denkmalpflege im halleschen Regierungspräsidium, begrüßte insbesondere Dr. Claus Pese, Leiter des Archivs Bildende Kunst des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg. Von ihm habe er im Dezember letzten Jahres erfahren, dass die für 2001 geplante Sitte-Ausstellung ebendort nicht stattfinden "darf". Sehrt betonte, dass Pese "in seiner Freizeit" und nicht beruflich die hallesche Ausstellungseröffnung besuche. Nach der Nürnberger Absage habe Peter-Klaus Schuster, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin und Direktor der Nationalgalerie, "demonstrativ" ein Bild Willi Sittes an prominenter Stelle aufgehangen. Das im Opernhausfoyer reichlich versammelte Publikum dankte dem nicht anwesenden Berliner mit kräftigem Applaus für diese Tat.

Sehrt, der seinen Redetext selbstironisch ablas, versicherte, dass Sitte kein "Kind von Traurigkeit" sei. Dies sehe man an dessen Aktzeichnungen. Sitte, der einen "eigenen Kopf" gehabt habe und, Sehrt beugte sich dabei zum Künstler, diesen "wohl auch noch habe" und sein Werk dürften nicht als Steinbruch zur Untermauerung politischer Meinungen genutzt werden. Hier und heute werde Kunst ausgestellt, nicht politisch demonstriert.

Willi Sitte sagte, er sei "beschämt", 1990 in einem SZ-Interview versprochen zu haben, niemals wieder auf dem Boden der ehemaligen DDR eine Ausstellung seiner Kunst zuzulassen. Man müsse verstehen, dass er sich diskriminiert gefühlt habe und "schäbig" behandelt worden sei. Er wolle sich tausendmal für sein damaliges Versprechen entschuldigen. Sein Zorn habe schließlich nie "die Bürger" treffen wollen. Er habe einer kleinen Minderheit gegolten, die das Leben und eben auch die Medien beherrsche. Sitte zeigte sich zufrieden mit der jetzigen Lösung (Ausstellung 2003 in der halleschen Galerie Moritzburg). Allerdings sei er dies nur unter einer Bedingung: "Meine Biographie lasse ich mir nicht verbiegen, nicht von Halle und nicht von der Moritzburg." Das Publikum stärkte den Künstler, indem es lange und ausdauernd applaudierte. (Halle, 27.1.01)