Hermann Fiebiger (1.4.1815-26.10.1882) - Hier zum Beitrag von Annegret Ruprecht

Die Akte im Stadtarchiv Halle (Saale) enthält nur einige Zeitungsartikel, deren Inhalt hier knapp zusammengefasst wird: Fiebiger wurde am 1.2.1856 Mitglied der Freimaurerloge zu den Drei Degen (1860: Meister). Als liberaler Abgeordneter für Halle und den Saalkreis saß er im preußischen Abgeordnetenhaus (Landtag) in Berlin; dort war er Mitglied der Justizkommission. Am 19.10.1864 gehörte er zu den Gründern des Verschönerungsvereins in Halle. Es war sein Plan, „das ganze Saaletal bis nach Trotha in Wald und Parkland zu verwandeln.“ (Mitteldt. SZ, 11.7.1937)

Im Nachruf vom 28.10.1882 hieß es zu seinem „Verschönerungs-Werk“: „Denn besser können wir ihn wohl nicht feiern, als wenn wir das, was ein so treuer Sohn unserer Stadt mit so viel Liebe und Energie umfasste, fortführen, so lange es uns selbst vom Schicksale gestattet ist.“ Im Hallischen Tageblatt schrieb man am 31.10.1882: „Er hatte ein offenes Ohr und ein offenes Auge für alle gemeinnützigen Bestrebungen.“

Leider fiel seiner Gestaltungskraft auch der Knoblauchsmittwoch (wohl indirekt) zum Opfer; die Würfelwiese als Festwiese erwies sich nach der Umgestaltung als zu „sensibel“ für das große Volksfest. Nachdem mehrmals Rabatten und Rasenanlagen zertreten worden waren, verbot die kommunale Polizei das Fest an diesem Ort.

Die Knoblauchsmittwochgesellschaft ist nicht nachtragend und ehrt durch die Pflege seines Grabes in Fiebiger den nicht vergänglichen Hang im Menschen, sich der Gemeinheit nützlich zu machen.