Christian Gottlob Haltaus: Jahrzeitbuch der Deutschen des Mittelalters, Erlangen: Palm, 1797
(Calendarium Speziale II der beweglichen Feste und Sonntage, § 42 Die Pfingstwoche, S. 252)

"Wegen des zu Halle in Sachsen üblichen Gebrauchs, daß an dem heutigen Tage die Handwerksleute ihre Arbeit einstellen, und sich an dem um diese Zeit zu habenden Knoblauch, als einem schätzbaren Nahrungsmittel, erlaben, wird dieser Tag auch die Knoblauchs-Mittwoche genennt.

(...) Auch die Vornehmen vergnügen sich an diesem Tage in ihren Gärten, und auf den benachbarten Dörfern um sich die Fasten zu versüssen. Man will zwar jenen Gebrauch des Knoblauchessens von der Schwelgerey der, unter dem Namen der Kalander, bekannten Indianischen Mönche, die von diesem Gewächs auch große Liebhaber seyn, und jeden Monat ihre eigenen Fressfeste halten, herleiten: er ist aber vielmehr von der gebotenen Fasten dieses Tages herzuleiten."