Geschichte

Quellen
Reuter, 1696
Gundling, 1701
Haltaus, 1797
Knauth, 1855
Pantenius, 2005

Der Mittwoch nach Pfingsten, hier in Halle wie in einigen Dörfern und Städtchen der Umgegend "Knoblauchsmittwoch" genannt, wurde ursprünglich von den Kalandsbrüdern gefeiert. Die Kalandsbrüder waren eine Gemeinschaft von Geistlichen und Laien, die sich zur Pflege der Wohltätigkeit und zur Sorge um die Seelen ihrer verstorbenen Mitglieder zusammengeschlossen hatte. Wie auf der Balkanhalbinsel und in Rußland begingen die Brüder das Pfingst- als Totenfest.

Die Pfingsttage wurden ausgiebig gefeiert; am vierten Feiertag, dem Mittwoch nach Pfingsten, war "manch ein Magen zu voll und schwer beladen", so dass "zur Festigung der leicht angegriffenen Gesundheit" ein Knoblauchstag notwendig wurde (Walter Becker). Nach der Reformation verschwand zwar der Orden, die Tradition des Knoblauchsmittwochs jedoch blieb. 1701 berichteten die Observationes selectae über De festo solenni crapulario Hallensi.
In den folgenden Jahrzehnten schrieb das Hallische Patriotische Wochenblatt über das Fest; die Bürger aßen nicht nur Knoblauch, sondern amüsierten sich beim Würfelspiel (daher der Name der Würfelwiese).

1870 verbot die damals unter kommunaler Aufsicht stehende Polizei das Fest. Ob wegen des strengen Geruchs oder der neuerrichteten Grünanlagen wissen wir (noch) nicht.
   
   
Hallisches Patriotisches Wochenblatt, acht und dreyßigstes Stück, den 19ten Juny 1802