Knoblauchsmittwoch zieht Hunderte an
Seit früh halb Sieben feierten die Mitglieder der Knoblauchsmittwoch Gesellschaft

Während am frühen Morgen nur eine Handvoll Menschen mit einem Sprung in die Saale den Knoblauchsmittwoch einläuteten, waren es am Nachmittag um 17:00 Uhr bereits deutlich mehr. Ein knappes Dutzend Personen stand traditionell gekleidet, Männer mit Frack und Zylinder und die Frauen mit festlichem Kleid und Hut bekleidet, am Leipziger Turm. Neben den beiden Eseln aus dem Bergzoo führten sie zwei Körbe voller Knoblauchzehen mit sich. Auf dem Weg zum Markt wurden die Passanten mit den Zehen beschenkt.

Und nicht wenige folgten der Einladung der Gesellschaft sie ins Stadthaus zu begleiten um dort der feierlichen Übergabe eines der Körbe an die Oberbürgermeisterin beizuwohnen. Dieser Korb soll dazu dienen, dass die Verwaltung im nächsten Jahr von Krankheiten verschont bleibe. Mehr Knoblauch-Anbau durch ein Knoblauch-Anbau-Programm fordert Norbert Böhnke am Rednerpult im Stadthaus. "Wir haben den Haushalt für dieses Jahr vor wenigen Minuten verabschiedet, da können wir keine neuen Anbaugebiete mehr fördern. Aber vielleicht im nächsten Jahr", scherzte Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados. Doch auch die Stadträte durften am bunten und vor allem "riechenden" Treiben teilhaben, wurden doch Knoblauchzehen unter die Räte geworfen.

Ab 18:30 Uhr ging es auf der Würfelwiese weiter. Dort gab es Knoblauchbrot und Knoblauchwürstchen. Zum Trinken wurde neben Bier von der Laternenfest-Namens-Kauf-Firma auch Knoblauchschnaps und Gose, der in Leipzig gebrauten Spezialität aus Döllnitz.

Das Programm wurde unter anderem von der halleschen Polizei gestaltet. So spielte die Verkehrspuppenbühne das Stück das Stück "Paules Geburtstag" und die Hundestaffel zeigte ihr Können.

Ab 20:00 Uhr wurde dann zum Tanz eingeladen. Zu vergnüglichen Kaffeehausrhythmen zog es mehrere Paare auf die Tanzfläche, um einen zünftigen Walzer aufs Parkett zu legen.
(30.05.2007 23:30)

Knoblauchsmittwoch mit Anschwimmen eröffnet
Am Mittwoch morgen wurde mit einem Bad in der Saale der Knoblauchsmittwoch eingeläutet

Trotz relativ kalter Außentemperaturen sprangen am Mittwoch morgen kurz nach halb Sieben Mitglieder der Knoblauchsmittwochsgesellschaft in das als angenehm warm empfundene Nass der Saale. Dem seit drei Jahren stattfindenden Anschwimmen (damals war es wochenlang warm) gingen die Verlesung der behördlichen Genehmigung und eine Belehrung der Schwimmer voraus. Danach stürzten sich die Recken in die starke Strömung um unter den Augen der Wasserschutzpolizei und des Ordnungsamtes wohlbehalten nach ca. 150 Metern am Rive-Ufer wieder aus dem Wasser zu steigen.

Der Knoblauchsmittwoch wird am heutigen Abend ab 18:30 Uhr zünftig auf der Würfelwiese gefeiert. Vorher wird ab 17:00 eine Prozession vom Leipziger Turm mit 2 Eseln zum Stadthaus ziehen um der Oberbürgermeisterin einen Korb mit Knoblauchzehen zu übergeben. Auf der Ziegelwiese gibt es Knoblauchbrötchen, Knoblauchbier und andere Köstlichkeiten. Wer traditionell mit Frack und Zylinder oder die Frauen mit festlichem Kleid und Hut kommt, bekommt Freibier. Das Mitbringen von eigenen Speisen ist ausdrücklich erwünscht.
(30.05.2007 08:01)

Halle: Saalestadt im Zeichen der Knoblauchzehen

Halle. „Der Mittwoch nach Pfingsten wird in Halle und Umgebung seit alter Zeit Knoblauchsmittwoch genannt“, berichtet Norbert Böhnke. Wie der Gründer der Initiative für Halle und den Saalkreis berichtet, zog es die Hallenser an jenem Tag mit Kind und Kegel sowie Körben voller Knoblauch über Jahrhunderte hinweg auf eine Saale-Insel nahe der Moritzburg. „Knoblauchzehen galten bereits im Mittelalter als Lebenselexier, und Schriften belegen, dass das Volksfest schon im 16 Jahrhundert gefeiert wurde“, bestätigt Halles Stadtarchivar Ralf Jacob.
Weshalb die Polizei der Feierei 1870 ein Ende machte, kann der Historiker jedoch nicht sagen. „Ob wegen des strengen Geruchs oder wegen der neu errichteten Gründanlagen auf der Würfelwiese, wir wissen es nicht“, ergänzt Böhnke. Für die Saalestädter ist wichtig, dass das Verbot vom Polizeipräsidenten vor fünf Jahren auf Bitten geschichtsinteressierter Bürger aufgehoben wurde.
„ Ebenso wie nach Knoblauchgenuss der Geruch des Odems vergänglich ist, verliert sich auch mit der Zeit manch strenges Gebot einstiger Obrigkeit“, heißt es jetzt in einer humorigen Verlautbarung von Böhnke. Deshalb wird morgen um 18:30 Uhr auf der Würfelwiese wieder das Knoblauchfest steigen. Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD) bekommt dann zunächst einen Korb mit den geruchsintensiven Knollen überreicht. „Die Herren der Gesellschaft kommen im Frack und Zylinder, die Damen in Festgarderobe. Gästen, die entsprechend gekleidet sind, wird übrigens Freibier ausgeschenkt“, wirbt Böhnke für die Veranstaltung. Besucher können sich auf eine Festtafel mit Knoblauchwurst, -steaks und eigens für den Mittwoch gebackene Knoblauchbrötchen freuen.
Bernd Lähne, LVZ, 29.5.07, S.5

Mit Knoblauch und Trompeten zum Fest
Alter Brauch findet Mittwoch wieder auf der Würfelwiese statt


Halle/MZ. Wenn Pfingsten vorüber ist, ist in Halle der Knoblauchsmittwoch nicht mehr weit. Das wiederentdeckte Volksfest findet auch in der sechsten Auflage am Mittwoch nach Pfingsten statt. Und wie immer dreht sich dabei alles um Knoblauch.
Ein Bad in der Saale gibt 6.30 Uhr den Auftakt; an der Ochsenbrücke am Rive-Ufer trifft sich der "harte Kern" der Traditionsbewussten. 17 Uhr startet zu Trompetenklängen vom Leipziger Turm der Festzug. Dazu formiert sich die Knoblauchsmittwoch-Gesellschaft - die Herren mit Frack und mit Zylinder, die Damen in langen Kleidern.
Am Markt wird Halt gemacht, um dem Stadtoberhaupt einen Korb voll Knoblauchzehen zu übergeben. "Und um 18.30 Uhr beginnt das fröhliche Treiben auf der Würfelwiese", sagt Norbert Böhnke, der mit Ulrich Hellem auf den uralten halleschen Brauch stieß und mit ihm die Feste bislang organisiert hat. Knoblauch sollte man schon mögen, wenn man - auch ohne Festkleidung - mitfeiern, -essen und -trinken möchte. Extra für diesen Tag backt Bäcker Bernd Neubauer Knoblauchbrötchen. Schlack- und Knackwurst, gewürzt mit den scharfen Knollen, steuert Fleischer Hubert Hündorf bei. Beide tun dies übrigens mit einem Privilegienbrief der Gesellschaft. Und die Knobi-Suppe kommt wie immer aus der Gaststätte "Goldenes Herz".
Doch damit gibt sich die Gesellschaft, die nur für diesen einen Tag besteht und die an einer Tafel speist - noch nicht zufrieden. Außer in Landsberger Bier und Döllnitzer Gose ist selbst im Schnaps Knoblauch, den Michael Steinbicker beisteuert. Erstmals ausgeschenkt wird zudem Knoblauch-Likör, eine Kreation von Imkermeister Günter Köhler. Und Knoblauch-Knollen liefert Gemüsehändler Uwe Gottbehüt. Ein Fest von Bürgern für Bürger soll es sein, so Böhnke. "Wir kommen ohne Zuschüsse aus. Essen und Trinken wird zum Selbstkostenpreis abgeboten, niemand verdient also etwas daran", sagt er.
Als Ehrengast erwartet wird der Polizeipräsident. Denn einer seiner Vorgänger hatte das auf einen Fastentag von Ordensbrüdern im Mittelalter unmittelbar nach Pfingsten zurückgehende Fest im Jahr 1870 verboten. Das Volk habe sich zu toll vergnügt und die Parklandschaft ruiniert, lautete die Begründung. So ließen Böhnke und Hellem das Verbot vom Polizeipräsidenten erst aufheben, bevor sie ihr erstes Fest im Jahr 2002 organisierten. Diesmal kommt der Polizeipräsident nicht allein. Er bringt neben der Verkehrspuppenbühne auch "Kinderpolizist"-Hauptkommissar Steffen Claus und die Hundestaffel mit. Natürlich darf wieder gespielt, gewürfelt und getanzt werden.
Gäste, die keine Festkleidung tragen, sollten sich eine Picknick-Ausrüstung samt Sitzgelegenheit mitbringen - nur in Festkleidung kann man an der Tafel Platz nehmen.
Heidi Pohle, MZ, 28.05.07, S.8
Broschüre schaut mit "zwinkerndem Auge" auf die Geschichte des Festes, Polizeidirektor wird Schirmherr

Im komplett überwachten Lesesaal des Stadtarchivs wurde am Freitag Nachmittag die Broschüre "Der Knoblauchsmittwoch in Halle a.d. Saale" von den beiden Initiativ-Mitgliedern Norbert Böhnke und Ulrich Hellem vorgestellt. Eine wissenschaftlich anmutende, aber "mit zwinkerndem Auge" geschriebene Ansammlung von Literatur und Quellen zur Tradition des Knoblauchsmittwochs, sagte Böhnke. So findet man auch die Genehmigung des Polizeipräsidenten Schumann von 2002 darunter, das 1871 verbotene Fest (man durfte damals nicht mehr auf der Würfelwiese feiern) wieder auf der Würfelwiese begehen zu dürfen.

Genau dieser Polizeipräsident trat im vergangenen Jahr auch an Norbert Böhnke heran und forderte mehr Mut ein, damit das Fest wachsen könne. Er bot der Knoblauchsmittwochsgesellschaft auch sofort seine Hilfe an. Und so ist er dieses Jahr der Schirmherr und bringt eine Menge Personal mit. Zu sehen ist unter anderem die Verkehrspuppenbühne mit dem Stück "Paules Geburtstag". Der bekannte Polizeikommissar Steffen Klaus wird in einer Polizeiuniform von 1871, dem Verbotsjahr, auftreten und die Polizeihundestaffel wird ihr Können zeigen.

Der Knoblauchsmittwoch wird seit über 500 Jahren immer am Mittwoch nach Pfingsten gefeiert. Dazu gibt es um 6:30 Uhr ein Anschwimmen an der Ochsenbrücke. Das eigentliche Programm wird um 17:00 Uhr am Leipziger Turm starten und mit zwei Eseln aus dem Bergzoo einen Abstecher zur Oberbürgermeisterin machen um dort einen Korb mit Knoblauchknollen zu übergeben.

Danach geht es zur Würfelwiese wo zuerst getafelt wird, um dann ab 20:00 Uhr das Tanzbein zu schwingen. Wer als Mann in Frack und Zylinder, oder als Frau mit festlichem Kleid und Hut kommt, wird mit Freibier belohnt.
(25.05.2007 20:00)