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Hans von Volkmann:
Auf der Würfelwiese, o.D. Im Hintergrund (v.l.n.r.): Roter Turm, Dom,
Blaue Türme der Marktkirche - im Mittelgrund: Salinehalbinsel - im Vordergrund
(l.): Kugelfang des Pfälzer Schießgrabens (1704) |
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Siegmar Schultze-Galléra: Die Kleine Wiese (die Kohlwiese, die Würfelwiese, Parkwiese), in: ders.: Topographie oder Häuser- und Strassen-Geschichte der Stadt Halle a.d. Saale, Bd. 2 (1. H.), Halle: Hendrichs, 1921 Die Kleine Wiese heißt die Nordspitze der Klaustorvorstadt, jener Insel, die südlich von der Schiffssaale, östlich vom Mühlgraben und westlich auch von der Schiffssaale umflossen wird. Die Wiese selbst wird im Süden vom Pfälzer Schießgraben begrenzt und ist 17 - 18 Morgen groß. Klosterwiese Im Mittelalter gehörte die Wiese dem Kloster Neuwerk und hieß die Kohlwiese (1532: Kolwiesen); das Kloster betrieb für den Küchenbedarf einen Gemüse- und Kohlanbau auf ihr. (...) Nach Aufhebung des Klosters 1532 kam die Klosterwiese mit dem übrigen Besitztum des Klosters an das Neue Stift, nach dessen Aufhebung 1541 an das Amt Giebichenstein (...), sie wurde also fiskalischer Besitz. Zu dieser Zeit befanden sich große Salpeterwände, Erd- (Lehm-) haufen auf ihr, deren `Salpeterkehre´ vom Kardinal Albrecht verpachtet wurde so 1544 an Hieronymus von Dieskau gegen 2 Gulden Erbzins. (...) |
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| Festwiese
des Knoblauchsmittwoch Man feierte damals bereits auf der Kohlwiese, auf jenem Teil, wo später der Pfälzer Schießgraben, und neben ihm nördlich das Fest des sogenannten Knoblauchsmittwochs (Mittwochs nach Pfingsten). |
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Man baute hierzu Würfel-
und Glücksbuden auf, daher auch die Wiese `Würfelwiese´ genannt
wurde. Bei diesem Feste soll viel Knoblauch von den Leuten geringen Standes
(Handwerkern usw.) verzehrt worden sein, daher der Name Knoblauchsmittwoch
üblich war. Nach altem Volksglauben sollte der Knoblauch dann für
das ganze Jahr eine gute Gesundheit bescheren. (...) |
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Die Wiese als Exerzierplatz Unter dem Herzog Augustus (1638-1680) wurde nördlich des Fürstengartens ein fürstlicher Gemüsegarten auf unserer Wiese hergerichtet. Nach dessen Tode verfielen auch diese Anlagen, und unsere Kohlwiese wurde unter dem Soldatenregimente der Preußenkönige Exerzierplatz: Fürst Leopold von Anhalt-Dessau, der `Alte Dessauer´, übte von 1720 bis 1740 seinem Regiment Anhalt die neuen Bewegungen ein, die uns ein bedeutendes Übergewicht vor anderen Armeen gaben. (...) |
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links: Feldzeichen des Regiments von
Anhalt Nr. 3, |
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Würfelwiese geht in
kommunalen Besitz über Damals (1868) wurde die Wiese städtischer Besitz; die Stadt hatte dafür die Jungfernwiesen nördlich der Saline dem Staat bzw. der Pfännerschaft abgetreten (...). Jetzt wurde die Wiese von neuem durch eine Holzbrücke, die der Verschönerungsverein herstellte, mit dem Jägerplatz und der Nordstadt verbunden. Da man die ersten Parkanlagen auf der Wiese schuf, wurde die Abhaltung des uralten Volksfestes am Knoblauchsmittwoch von der Polizei für immer untersagt, ein Akt gewöhnlicher Missachtung und Unkenntnis alter Überlieferungen und Volkssitten, eine Willkür der Behörden gegen Volk und Volkstum! (...) Der Verschönerungsverein 1878 wurde die eiserne Fußgängerbrücke vom Jägerplatz zur Würfelwiese angelegt (...). Grade vor ihr errichtete man auf der Wiese das Denkmal zu Ehren des Justizrats Fiebiger, des Vorsitzenden des Verschönerungsvereins (+ 1882), der die Anlagen geschaffen hatte. (...) 1883 entstand die Kastanienallee durch den Verschönerungsverein. (...) 1911 stellte man 10 elektrische Glühlampen (5 ganznächtige, 5 halbnächtige) auf der Wiese auf. - 1914 - 17 wurde die Ostseite der Würfelwiese arg mitgenommen, sie musste dem Mühlgraben Gelände opfern, damit auf der Stadtseite Raum für den Hauptsammelkanal, der an der Neuwerkstraße gebaut wurde, gewonnen werden konnte. (...) Denkmale auf der Wiese Auf der Wiese stehen außer dem Fiebigerdenkmal noch andere Erinnerungen. Gleich am Pfälzer Schießgraben nach der Hafensaale zu befindet sich das Kriegerdenkmal aus den Freiheitskriegen, das auf den Gräbern der hier Bestatteten 1814 errichtet wurde. Es ist eine 6 Fuß hohe Denksäule, auf einem ebenso hohen Kubus errichtet, ehemals mit einer lebendigen Hecke, jetzt mit eisernem Gitter umgeben, die auf der Ostseite diese Inschrift trägt: `Den beim Kampf für deutsche Freiheit in der Völkerschlacht bei Leipzig am 18. u. 19. Oktober 1813 verwundeten und hier verstorbenen tapferen Preußen und Russen usw.´ und auf der Westseite: `Euch war zwar nicht hinieden Des Lebens Glück beschieden; doch vor des Höchsten Thron Empfangt Ihr hohen Lohn! Gewidmet von dem combinierten Maurergewerk zu Halle den 3. August 1814.´ - Über beiden Inschriften ist das Eiserne Kreuz angebracht. - Bei der 50jähringen Erinnerungsfeier am 17. 10. 1863 bepflanzte man die Grenzen der Gräber mit Eichen, da ja das Denkmal damals nur von Wiese umgeben war. - Als ein Denkmal deutscher Einheit, deutscher Treue, deutscher Opferfreudigkeit und deutscher Kraft wurden am 11. 4. 1871 jene drei Friedenseichen von Schülern, Turnern, Sängern und Schützen unter der Führung des Dr. Ule gepflanzt. - Das war einstmals! und jetzt ? - |
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