Die Mühlgrabensaale
Eine Wasserstraße in der hallischen Innenstadt
Ein Projekt zur Vitalisierung der Innenstadt von Halle (Saale)
Halle
im Fluss
Die Idee zum Projekt entstand im Rahmen des Planspiels Innenstadt im Februar 2001. Die Gerber- und Mühlgrabensaale (im Folgenden: Mühlgrabensaale) ist momentan totes Kapital. Während Leipzig in aller Konsequenz sein Wasserstraßennetz ausbaut, scheint sich Halle im Umgang mit seiner geografisch prädestinierten Lage zu zieren. Die Mühlgrabensaale bietet eine ungewöhnliche Perspektive auf die alte Musenstadt. Sie ermöglicht es dem Wassersportler, direkt in das Herz der Stadt zu paddeln. Wir stellen auf den nächsten Seiten die Mühlgrabensaale vor und fordern auf, sich mit uns für eine durchgängige Befahrbarkeit des Fließgewässers einzusetzen.
MG I
MG II
MG III
Ausschnitt musste aus urheberrechtlichen Gründen entfernt werden.
Kartenausschnitt aus: Stadtplan Halle a.S., Conrad Hirte & Sohn, Halle a.S., Delitzscher-Str. 91, Maßstab: 1:11.000 (ca. 1947) Kartenausschnitt aus: Stadtplan Halle (Saale), Städte-Verlag E.v.Wagner & J.Mittenhuber GmbH, Fellbach, 1:10.000 (ca. 1995)
Der Vergleich der beiden Kartenausschnitte zeigt die intensiven Eingriffe in das Gebiet zwischen Glauchaer Kirche und Schieferbrücke durch den Bau der Magistrale. Die Stadtschleuseninsel wurde im Süden, Osten und Norden mit dem Festland verbunden. Südwestlich der Herrenstraße und nördlich des Paradieses wurde die Saale verfüllt. Das Teilstück der Gerbersaale zwischen Kefersteinstraße und Morizkirche ebenfalls zugeschüttet. Die Gerbersaale wurde in die Mühlgrabensaale umgeleitet.
Hier geht es zur Schwarzen Brücke und weiter zur Klausbrücke
Die "Quelle" der Mühlgrabensaale: An der Südspitze des Paradieses teilt sich die Saale. Links im Bild ist die Hochstraße (Magistrale) zu sehen, rechts der Beginn der Mühlgrabensaale (früher: Gerbersaale)
Blick auf ein Haus im Paradies: Im Vordergrund die Mühlengrabensaale (aufgenommen von der Kefersteinstraße)
Der Architekt Otto Glaw entwickelte 1920 in seinem Büchlein "Das schöne Halle" Vorschläge "für die bauliche Neugestaltung unserer Saalestadt". Neben kleinen Aufsätzen über den Alten Markt - für den "jeder Bürger ganz besonderes Wohlwollen hegen" müsse, da er die "Ausgangsstelle unserer heutigen ausgedehnten Großstadt" sei - und das Weinecksche Wehr, findet sich auf sieben Seiten ein Vorschlag über die zukünftige Gestaltung des Mühlgrabens.

Glaw glaubte, daß der Mühlgraben durch die Verlegung des Mühlenbetriebs (Stadt- und Steinmühle) zu einer "durch Schleusen nicht gehemmten Wasserstraßenlinie, entsprechend unseren Straßenbahnlinien" ausgebaut werden sollte. Auch die Linienführung hatte Glaw bereits vor Augen: "Klausbrücke - Moritzburg - Villa Kuntze - Lehmanns Felsen - Peißnitz - Saalschlößchen - Saalschloßbrauerei - Trotha" .
links: Die Mühlgrabensaale unterquert die doppelbahnige Magistrale, Verbindungsband zwischen Halle und Halle-Neustadt.