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KS: Als im Jahre 1712 dieses gastliche Haus gleich
neben einer wichtigen Ausspanne vor den Toren der Stadt eröffnet
wurde, hatte der damalige Wirt eine geniale Idee, wie Norbert Böhnke,
Vorsitzender der Initiative für Halle und den Saalkreis e.V., weiß:
NB: Der Wirt, Andreas Hertzberg, hatte die gute Idee,
sich ein Goldenes Buch anzuschaffen und in dieses Buch konnte sich nicht
jeder eintragen, sondern eben nur derjenige, der vorher 13 Schoppen Bier
getrunken hatte.
KS: Und so ein Schoppen, wie der Historiker inzwischen
erforscht hat, war nicht eben wenig.
NB: Wir gehen davon aus, dass es mindesten 0,5 Liter
waren.
KS: In der Universitätsstadt Halle gab es da natürlich
kein Halten mehr für Studenten wie für Professoren; allerdings
ist nicht überliefert, was attraktiver war: Die Chance sich auf immer
und ewig in einem solchen prachtvollen Goldnen-Herz-Buch zu verewigen
oder mordsmäßig einen drauf zu machen.
NB: Hier haben sich in die Goldnen Bücher hunderte
wenn nicht sogar tausende Studenten und Professoren eingetragen, die bekanntesten
sind die Professoren der Gründergeneration der Universität:
Christian Wolff, Christian Thomasius, Friedrich Hoffmann.
KS: Vier dicke goldene Bücher sollen sich über
die Jahrhunderte hinweg im Goldnen Herz angesammelt haben, jedoch fehlt
von denen heutzutage jede Spur.
NB: So dass wir dann hier im Lokal selbst nachgefragt
haben. Hier sagte der Wirt, Herr Krost: "Na ja, vielleicht hat das
ja der Sohn von Hans Stuck, dem berühmten Rennfahrer. Er, Stuck,
war 1952/´56 hier, um auf der Halle-Saale-Schleife Rennen zu fahren.
Er ist hier abgestiegen, weil hier das Hauptquartier des ADMV, des Allgemeinen
Deutschen Motorsport Verbandes, war.
KS: Der Nachfahre des berühmten Rennfahrers ist
inzwischen von den rührigen Halle-Forschern angeschrieben worden.
Doch bis die Antwort kommt, wird heute Abend im Goldnen Herz die alte
Tradition der herz-ehrlichen Säufer wieder belebt.
NB: Das ganze beginnt um 18:00 Uhr und wird um 24:00
Uhr enden, so dass man sich durchaus zwei Bier pro Stunde genehmigen kann.
Wer 12 Halbe trinken kann, der bekommt vom Wirt das 13. umsonst und danach
erst darf der sich in das Goldene Buch eintragen.
KS: Wer also ein wenig mehr über hallische Stadtgeschichte
lernen will und dabei nicht völlig auf dem Trockenen sitzen möchte,
im Goldenen Herz in der Mansfelder Straße ist heute Abend Gelegenheit
dafür.
MDR 1, Radio Sachsen-Anhalt, Studio Halle
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